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Vom Kinderferienprogramm bis zum „Fahrradklima-Test“

Bei der monatlichen Sitzung blickte der 2. Vorsitzende, Matthias Ihrig, auf die wieder einmal erfolgreiche Beteiligung beim Kinderferienprogramm zurück. Die möglichen Kapazitäten waren auch in diesem Jahr wieder voll ausgeschöpft, so dass leider etliche Kinder auf der Warteliste nicht berücksichtigt werden konnten. Trotz der Hitze hat es den Kindern viel Spaß gemacht, interessantes über Bienen, Hummeln und Hornissen zu erfahren. Er dankte dem Helferteam, das einen reibungslosen Ablauf gewährleistete. Der ADFC-Fahrradklima-Test stellt einen Zufriedenheits-Index der Radfahrer in Deutschland dar. Wie bereits 2016 bittet der Umweltstammtisch alle Verkehrsteilnehmer, sich bis zum 30.11. an der laufenden Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zu beteiligen. Wenn sich auch 2018 wieder mehr als 50 Ketscher Einwohner/innen beteiligen, werden die Ergebnisse für die Gemeinde Ketsch explizit statistisch ausgewertet. Vor 2 Jahren waren es 83 Teilnehmer (2014 nur 26). Die Teilnahme ist über http://www.fahrradklima-test.de möglich. In diesem Jahr beschäftigt sich der Test erstmals genauer mit dem Thema Familien und Kinder. Dadurch soll insbesondere auch die Familienfreundlichkeit von Städten und Gemeinden bewertet werden. Der Test wird natürlich umso aussagekräftiger, je mehr Menschen sich beteiligen. Über 120.000 Bürgerinnen und Bürger (2014: 100.000) haben 2016 das Fahrradklima in 539 Städten (2014: 468) beurteilt.

Zur Rehkitzrettung ist das Anschaffen einer Drohne geplant. Vorbereitend hat sich ein Mitglied bereits eine Übungsdrohne besorgt und sich stark in die Thematik eingearbeitet. Hier sind jedoch noch einige Fragen sowie die Finanzierung der Anschaffung und der laufenden Kosten zu klären.

Für den Jahresausflug 2019 mit Übernachtung ist der Nationalpark Schwarzwald, oder alternativ das Naturfreundehaus Rahnenhof im Pfälzer Wald vorgesehen. Die Planungen und Vorbereitungen hierfür laufen. Weitere Themen waren die Renovierung des Insektenhotels des Umweltstammtisches und die Beschaffung und Aufstellung zweier Igelkörbe im Hinblick auf den bevorstehenden Winter.

Anregungen zur Stärkung des Natur- und Umweltschutzes bitte an info@umweltstammtischketsch.de. Weitere Termine und Infos siehe bitte http://www.umweltstammtischketsch.de/ .

-Manuela-

Siegerehrung zur Aktion Stadtradeln

Der Rhein-Neckar-Kreis hatte die Teilnahme auch von Ketschern am Stadtradeln in diesem Jahr erstmals ermöglicht. Deshalb meldeten der Umweltstammtisch Ketsch e.V. & Sonnenernte e.V. ein offenes Team an, damit Interessenten aus der Enderlegemeinde ihre gefahrenen Fahrrad-km vom Samstag, 9. Juni bis Freitag, 29. Juni erfassen konnten. Ohne die direkt beteiligten Kommunen wie Hockenheim, Brühl, Schwetzingen etc. legten kreisweit 2.255 Teilnehmer insgesamt 489.174 km mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei 69.463 kg CO2 (Berechnung basiert auf 142 g CO2 pro Personen-km). Dies entspricht der 12,21-fachen Länge des Äquators. Das offene Team „sonnen_umwelt“ radelte mit den 11 angemeldeten Teilnehmern 2077 km – von den 251 Teams wurden wir 69.

Bei der feierlichen Siegerehrung erinnerte Matthias Ihrig, 2. Vorsitzender des Umweltstammtisch daran, dass1990 das Klimabündnis, ein europäisches Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen zum Schutz des Weltklimas gegründet wurde. Inzwischen ist das Netzwerk mit über 1.700 Mitglieder in 27 Ländern Europas aktiv. Am STADTRADELN nahmen 2008 23 Kommunen teil, 2017 waren es 620. 2013 wurden dabei 13 Mio km geradelt, 2017 waren es fast 42 Mio km. Mit der Kampagne steht Kommunen und Umweltvereinen eine bewährte, leicht umzusetzende Maßnahme zur Verfügung, um in der Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit für nachhaltige Mobilität aktiv(er) zu werden. Im Rahmen des Wettbewerbs traten Teams aus KommunalpolitikerInnen, Schulklassen, Vereine, Unternehmen und BürgerInnen für Radförderung, Klimaschutz und Lebensqualität in die Pedale.

An die fleißigsten, der teilgenommenen Ketscher Radler überreichte Matthias Ihrig an Stephan Geßner für 375 km  (ersparten 53 kg CO2) die 1. Siegerurkunde. Für 283 Farrad-km erhielt Heinz Eppel die 2. Siegerurkunde und Dr. Jörg Läppchen für 233 km  die 3. Siegerurkunde. Danach wurde noch ausgiebig diskutiert. Bei der Teilnahme beim Stadt-radeln und allemein beim Fahrradfahren werteten die Teilnehmer Klimaschutz, Spaß, Gesundheitsförderung und Mobilität als sehr wichtig. Etwa ein Fünftel der klimaschäd-lichen Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entstehen im Verkehr, sogar ein Viertel der CO2-Emissionen des gesamten Verkehrs verursacht der Innerortsverkehr. Wenn circa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Kommunen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto gefahren werden, ließen sich etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden.

-Manuela-

Kinderferienprogramm: Bienen, Hummeln und Hornissen

22 Ferienkinder hieß der 1.Vorsitzende des Umweltstammtisch Ketsch e.V. , Dr. Jörg-Otto Läppchen , dieses Jahr in der Ketscher Grillhütte herzlich willkommen und informierte sogleich über den Ablauf und was die kleinen Besucher an diesem Nachmittag erwartete. Bienen, Hummeln und Hornissen waren das Thema, und vor den gefürchteten und doch so nützlichen Tieren haben die meisten Menschen einen gehörigen Respekt. Nicht nur wegen deren gefürchtetem Stachel ( wobei immer nur die Weibchen stechen können), sondern auch wegen ihrem enormen Arbeitseifer. Der Nachmittag startete dann mit einem Eröffnungsspiel, bei dem die KInder in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und in einer Art Memory auf dem Gelände verteilte Insektenfotos finden mußten. Hauptsächlich organisiert wurde der Nachmittag auch in diesem Jahr wieder von Iris Schlampp, die ihre ganze berufliche Erfahrung als Erzieherin mit einbrachte und immer alles unter Kontrolle hatte. Unterstützt wurde Sie an diesem Nachmittag von Annette und Dr. Jörg-Otto Läppchen, Matthias Ihrig, Doris Müller, Angelika Sommer, Manuela Stübe und Norbert Weiher.

Wie immer in den letzten Jahren informierte wieder Dr. Gerhard Rietschel sehr anschaulich mit einem Bildervortrag und mitgebrachten Exemplaren von Wespen- und Hornissennestern inbeeindruckender Art und Weise, so dass die Kinder gebannt seinen Worten folgten. Er verdeutlichte auch die Harmlosigkeit dieser Insekten, solange diese nicht attackiert werden oder man das Nest entfernen möchte. Der große Nistkasten für Hornissen, gefüllt mit einem imposanten, verlassenen Hornissennest, und weitere Exponate erstaunten so manchen kleinen Besucher. Etliche Fragen aus der Runde belegten das große Interesse der Kinder an dem Thema. Dr. Rietschel konnte dabei viel aus seiner eigenen Erfahrung und Tätigkeiten beim umwelt- und tierfreundliche Umsiedeln von Insektennestern berichten, die ja geschützt sind und nicht einfach zerstört werden dürfen. Schließlich haben nicht nur die Bienen sonder auch die Hummeln, Hornissen und Wespen eine wichtige Aufgabe in der Natur, u.a. durch das vertilgen von Schädlingen. Nach einem weiteren Spiel, bei dem die in Gruppen aufgeteilten Kinder mittels Duftstoffen Ihren „Stock“ finden mußten, ging es unter der Leitung von Dr. Rietschel auf eine kleine Exkursion in den Hockenheimer Rheinbogen. Davor und danach gab es aufgrund der großen Hitze für alle, die wollten, eine kurze Abkühlung mit dem Gartenschlauch, was natürlich mit großer Freude ausgenutzt wurde. Unmittelbar nach dem Start fand man ein aktives Wespennest, bei dem sich die Tätigkeiten der Insekten aus nächster Nähe beobachten ließen. Wespenstiche waren dabei nicht zu befürchten, dafür machten aggressive Bremsen den Exkursionsteilnehmern mehr zu schaffen. Schnell suchte man die schattigen Bereiche einer Baumgruppe auf, in deren Umgebung die Kinder jede Menge Insekten mit den vom Umweltstammtisch zur Verfügung gestellten Becherlupen einfangen und beobachten konnten.  Ameisen, Heuschrecken, Florfliegen, Motten, Schmetterlinge, Wanzen: Allerlei Kleintiere wurden ausgiebig betrachtet und anschließend natürlich wieder freigelassen. Die Zeit verging wie im Flug und bei der Rückkehr warteten als kleine Stärkung Butterbrezel auf die Kinder, bei denen sie kräftig zulangten. Bio-Apfelsaft und Mineralwasser gab es glücklicherweise auch ausreichend den ganzen Nachmittag über. Nun war basteln angesagt, und die Kinder konnten zwischen Samenkugeln für Wildblumen und einer „fliegenden, brummenden Insektenscheibe“ wählen. Bzgl. der Nutzung der Samenkugeln gab es entsprechende Hinweise und Notizzettel, damit die Wildblumen auch nur dort erfolgreich aufgehen, wo sie sollen. Zum Abschluß folgte noch ein Spiel, bei dem Wasser eine große Rolle spielte. Aufgeteilt in vier Gruppen mußte aus unterschiedlichen Wasserbehältern auf dem Gelände mit löchrigen Bechern (die den Energieverlust beim „Honigsammeln“ symbolisierten) der „Nektar“ zum „Stock“ gebracht werden, wo ihn eine „Arbeiterin“ in Empfang nahm. Auch hier waren die Kinder mit ganzem Eifer dabei.

Für die Kinder jedenfalls war ein gelungener Nachmittag vorüber, als sie sich mit ihren Becherlupen und gebastelten Kostbarkeiten dankbar von den Helfern verabschiedeten.

Matthias Ihrig 2. Vorsitzender Umweltstammtisch Ketsch e.V.

-Manuela_

Jahresausflug zum Naturschutzgebiet „Kühkopf“

Nur wenige von uns kannten bislang das Naturschutzgebiet Kühkopf am Altrhein von Stockstadt – diesen Hotspot der Artenvielfalt und noch dazu gar nicht weit von uns entfernt südwestlich von Darmstadt.

Dorthin führte dieses Mal unser Jahresausflug. Nach dem Treffpunkt am Marktplatz ging es in privaten Autos (Fahrgemeinschaften) gemütlich in 45 Minuten nach Stockstadt am Rhein und dann direkt zum Parkplatz an der Brücke zum Altrhein – fast wie bei uns zu Hause zur Rheininsel Ketsch.

Dort erwartete uns eine eher offene Landschaft von großer biologischer Vielfalt: typische Weichholzauen mit Weiden und Pappeln an den Flussufern, denen man ansah, dass sie immer wieder überflutet wurden.

Neben Silberweiden mit ihren langen knorrigen Stämmen faszinierten uns alle die ausgedehnten Feuchtgebiete mit den zahlreichen Kopfweiden und ihren gewaltige Stämmen, die Lebensraum für zahlreiche Tierarten bieten.

Ganz anders dagegen die Hartholzaue mit ihren Stieleichen, Ulmen und Eschen mit allerlei eingestreuten Büschen. Hier befindet sich – ähnlich wie auf unserer Rheininsel – der Lebensraum gefährdeter und deshalb streng geschützter Käferpopulationen wie Hirschkäfer, Eremit und verschiedene Arten von Bockkäfern, daneben aber auch Kammmolche und weitere Amphibienarten.

Für uns Besucher leichter zu beobachten waren natürlich die zahlreichen Vogelarten, vom kleinen Blaukehlchen bis hin zum majestätischen Milan.

Ein entscheidendes Ereignis im Frühjahr 1983 veränderte die Landschaft grundlegend: das Hochwasser durchbrach damals die Rheindämme und überflutete das gesamte Kühkopfgebiet. Dadurch wurden mindestens 400 ha Ackerland und etwa 300 ha Wald vom Rhein überflutet. Die Dämme wurden danach nicht wieder instand gesetzt – was sicherlich nur schwer gegen viele Widerstände durchzusetzen war – und das ganze Gebiet wird seither dem natürlichen Überflutungszyklus des Rheines wie in alten Zeiten ausgesetzt. So entstand eine natürliche und unbeeinflusste Wiederbewaldung – vor allem von schnell wachsenden Weiden und Pappeln der Weichholzaue. Diesen Vorgang bezeichnet man in der Ökologie und Botanik als Sukzession (lat. succedere, „nachrücken“, „nachfolgen“).

Für das Naturschutzgebiet Kühkopf war diese Entwicklung ein echter Glücksfall. Vor allem natürlich für die Fauna und Flora, aber auch für die zahlreichen Besucher und Ausflügler, die in diesem 2400 ha großen Gebiet jede Menge gutausgebauter Spazierwege vorfinden und eine abwechslungsreiche und interessante Natur genießen dürfen. Die Rheinuferlandschaft „Kühkopf-Knoblauchsaue ist Hessens größtes Naturschutzgebiet.

Gut gelaunt und in bester Stimmung wanderten wir u.a. auf einem Teil des 6,7 km langen Natura Trails, der von den Naturfreunden Hessen angelegt wurde und 16 umfassende und sehr informative Lehrtafeln bietet. Abschließend besuchten wir das Umweltbildungszentrum Kühkopf und das Hofgut Guntershausen, wo eine Erfrischung angesagt war und einige von uns selbst angebaute Bioprodukte kauften; also direkt vom Erzeuger.

Es versteht sich für den Umweltstammtisch Ketsch von selbst, dass so eine eindrucksvolle Exkursion in gemütlicher Runde bei guten Speisen und Getränken seinen Abschluss finden musste. In einem nahe gelegenen, griechischen Restaurant wurden wir bestens bewirtet und konnten in vielen interessanten Gesprächen nochmals die Eindrücke an diesem schönen Tag Revue passieren lassen bevor es wieder nach Hause ging.

Text: Dr. Jörg-Otto Läppchen

-Manuela-