Ergebnisse des „Fahrradklima-Test“ erörtert

Ob Radfahren in der Wohnkommune Spaß macht oder es Stress ist, haben mehr als 120.000 Bundesbürgerinnen und -bürger aus 539 Städte und Gemeinden im Herbst 2016 bewertet. Beim letzten Monatstreffen freute sich die Vorstandschaft des Umweltstammtisch Ketsch e.V., dass es aus Ketsch 83 Teilnehmer (2014 waren es nur 26) gab. Im Vergleich zu Schwetzingen (73), Speyer (79) und Heidelberg (666) eine sehr gute Teilnahme, wofür die Umweltschützer allen Teilnehmern danken. Als besonders positiv bewerteten die Ketscher Befragten die gute Erreichbarkeit des Ortszentrums, die zügige Erreichbarkeit der Ziele per Rad und vor allem als Wunschziel „alle fahren Fahrrad“. Negativ bewertet wurde das fehlende Angebot öffentlicher Leihfahrräder, die wenig attraktive Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln, die zu seltene Falschparkerkontrolle auf Radwegen und zu wenig Werbung für das Radfahren.

Bundesweit zeigte Thomas Böhmer vom ADFC mit der Abschlusspräsentation die Auswertung. Leider noch ohne Verbesserung des Fahrradklimas in Deutschland. Gute Bewertungen gab es überwiegend für zügiges Fahren und Erreichbarkeit. Handlungsbedarf sehen die meisten bei Hindernissen an Baustellen, bei Falschparkern, Ampelschaltungen, Radwegbreite.

Immer schlechter bewertet wurden: Spass am Radfahren, Fahrraddiebstahl sowie zügiges Fahren und Erreichbarkeit von Zielen. Als positiver Trend wurden Medienarbeit, Winterdienst, geöffnete Einbahnstraßen und Öffentliche Fahrräder wahrgenommen.

Der Schlüssel zu langfristiger Kundenzufriedenheit im Radverkehr ist nach der ADFC-Expertenmeinung: Infrastruktur und Netzausbau. Die Befragungsergebnisse liefern über das Städteranking hinaus vielfältige Anregungen und weitere Analysemöglichkeiten: Ketsch hat im Ranking der in Stadtgrößenklasse nur Rang 235 von den 364 teilnehmenden Kommunen erreicht. Die Mitglieder des Umweltstammtisch Ketsch e.V. hoffen auf vielfältige Verbesserungen für den umweltschonenden Fahrradverkehr. Enttäuscht sind einige Fahrradfreunde beispielsweise über die Hinweisschilder für die regionalen Fahrradwege (auch Kurpfalz-Route) in der Spießstraße, die immer noch in das gesperrte Fünfvierteläckergebiet leiten.

Positiv werten die Umweltschützer das Verkehrskonzept, das der Gemeinderat im Oktober 2016 beschlossen hat, weil dabei wichtige Verbesserungen für die Radwegeführung vorgesehen sind. Einige davon erhielten eine hohe Priorität für die Realisierung. Die Mitglieder des Umweltstammtisch Ketsch werden die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen im Auge behalten und empfehlen dies auch allen engagierten Bürgern.

-Manuela-