Kinder nehmen mit dem Umweltstammtisch als junge Forscher kleine Krabbeltiere genau unter die Lupe

Heute werdet ihr bei uns ein spannendes und interessantes Programm in der Natur erleben – lasst euch überraschen“, versprach Matthias Ihrig vom Umweltstammtisch, und hieß so 19 Ferienkinder bei der Grillhütte willkommen.
Dabei unterstützten ihn IrisSchlampp, Doris Müller, Manuela Stübe und IsabellaRösch mit geballtem Naturwissen.
Zur Einstimmung mussten die Kinder beim Memory auf der Wiese für kurze Zeit 18 Tierbilder anschauen und später möglichst viele aus dem Gedächtnis nennen.Dazu ge-
hörten Affe, Grashüpfer, Marienkäfer,Eidechse, Hummel, Regenwurm, Schnake,
Spinne und Feldwanze. „Richtig guteLeistung“,lobtendieUmweltschützer
ihre Schützlinge für stolze 17 korrekte Arten. Der Biologe Dr. Gerhard Rietschel, 25
Jahre lang Leiter des Museums für Naturkunde im Mannheimer Reiß-Engelhorn-Museum, zeigte in seiner Bilderschau danach allerlei Insekten in Großaufnahme und erzählte Wis-

senswertes darüber. Die Raubfliege fängt andere Insekten und reicht sie dem Weibchen als Gastgeschenk, erfuhren die Kinder  so. Als sehr nützlich bezeichnete er die Schwebfliege, weil ihre Larven ungeliebte Blattläuse unschädlich machen.

Die hier bekannten Ringelschnaken würden hingegen oft mit den Tigermücken aus Asien als Malaria-Überträger verwechselt. Im Ersten Weltkrieg wurden Larven der Gold-

fliege zur Wundreinigung bei Soldaten eingesetzt. Die meisten Ameisen lieben Zucker –sind sie vollgefressen, ist das am dicken Hinterleib deutlich zusehen.

Feldheuschrecke im Lupenbecher
Im Freien fingen die Kinder dann mit einem Lupenbecher allerlei Krabbelgetier–natürlich wurden die Tiere nach der Begutachtung wieder freigelassen. Dr. Rietschel war um

keine Antwort verlegen, derBiologe kannte sich gut aus und erklärte die Hintergründe. Marit hatte eine Feldheuschrecke gefangen, und in Amelies Becher saß eine Zikade. Cheyenne hatte eine braune Heuschrecke, Torbeneine Honigbiene und Amelie eine Steinhummel mit Pollenhöschen gefangen. Die Schwebfliege bei Zoe sah wie eine Biene aus, was sie vor Feinden schützt. Lars beobachtete, wie eine Spinne eine Wildbiene als Opfer einwickelte, und der auffällige Bläuling bei Tanisha flatterte von Blüte zu Blüte auf der Suche nach Blütenstaub. Nach einer Stärkung mit Brezeln und kühlen Getränken war Basteln angesagt. Die Kinder nahmen beidseitig offene Kunststoffröhrchen, führten durch die engere Öffnung einen Trinkhalm hinein, und fertig war der Insektensauger zur Beobachtungen kleiner Tierchen. Die Gruppe nebenan wollte wissen,wie Stubenfliegen

mit Facettenaugen ihre Umwelt wahrnehmen. Dafür stanzten sie Löcherin Pappzuschnitte in Brillenform, dann noch Pfeifenputzer als Tragebügel anmontiert –und sie blickten wie die Fliege durch eine Facettenbrille. gp
-Manuela-