Stellungnahme des Umweltstammtisches zum Neubaugebietes 5/4 Äcker

Der Zeitungsartikel über die Einweihung des Neubaugebietes Fünfvierteläcker verwundert doch etwas und läßt einige Fragen offen. Zum einen wird hier zum wiederholten Male der Eindruck erweckt, das die Gegner des Neubaugebietes für die hohen Kosten (Hunderttausende) der Zauneidechsenumsiedlung verantwortlich wären. Die Umsiedelung erfolgte jedoch aufgrund gesetzlicher und umweltrechtlicher Vorgaben u.a. als Folge aus dem artenschutzrechtlichen Gutachten, zu dem die Gemeinde verpflichtet war. Diese Vorgaben bei der Ausweisung eines Neubaugebiets haben auch ihren guten Grund. Ohne gesetzlichen Schutz gefährdeter Tiere in unserer Heimat gäbe es diese bald nicht mehr. Im Zeitungsartikel wurde weiterhin ausgeführt, dass 700 Tiere umgesiedelt wurden. Wenn das stimmt, dann wurde hier der Lebensraum der vermutlich dicht besiedelsten Zauneidechsenpopulation in Deutschland vernichtet. Ob man darauf stolz sein kann? Das nun seitens der Verwaltung die Kosten für die Umsiedlung beklagt werden, ist ebenfalls verwunderlich. Niemand wurde gezwungen, ein Neubaugebiet auszuweisen.

Petitionen und die Möglichkeit der Normenkontrollklage stellen legale, demokratische Mittel dar und sind kein Teufelswerk. Sie haben auch die Planungen nicht „jahrelang“ verzögert. Vielmehr mußte für die Zauneidechsenumsiedelung erst ein entsprechendes Areal gefunden, vorbereitet und besiedelungsfähig (!) sein. Für die Umsiedelung selbst ist ein bestimmtes Zeitfenster einzuhalten, ebenso wie für die anschließende Rodung des Geländes. Abgesehen von den Schwierigkeiten während der Erschließung wurde auch immer betont, dass das Neubaugebiet schon seit 2001 beschlossene Sache sei und nun nicht mehr gestoppt werden könne. Der Versuch, nun den Baugebietsgegnern die Schuld an einer verzögerten Umsetzung oder hohen Kosten in die Schuhe zu schieben, ist beschämend. Stichwort Rodung: Erschütternd ist der Zustand der „Bäume“, die eigentlich im Neubaugebiet stehen bleiben sollten bzw. überhaupt nicht mehr vorhanden sind. Auch hier gab es Vorgaben, die offensichtlich nicht eingehalten wurden.

Trotz der oft erwähnten, überwältigenden Nachfrage an Baugrundstücken sind drei Vergaberunden notwendig und bislang nur 50 der 75 Gemeindegrundstücke verkauft. Das klingt irgendwie nicht logisch. Inwieweit di e restlichen 128(!) Grundstücke, die sich in Privatbesitz befinden, zeitnah bebaut werden, bleibt offen. Es wäre schön, wenn die Verwaltung aufgrund von eingegangenen Bauanträgen hier einmal Zahlen nennen würde. Dabei könnte man auch gleich die falsche Angabe der umgesiedelten Eidechsen korrigieren. Das Neubaugebiet ist Realität, und es bleibt zu hoffen, dass sich wenigstens die positiven Erwartungen der Gemeinde diesem gegenüber erfüllen. Ein verbales Nachtreten an die Adresse der Neubaugebietsgegner ist einfach nur unnötig.

-Manuela-